Folgende Themen haben wir zur Zeit für Sie vorbereitet:
Unter dieser Rubrik stellen wir Ihnen in unregelmäßiger Folge einen kurzen Einblick in aktuelle oder abgelaufene Projekte vor.
Flughafen
Ermittlung von PCN-Werten auf Flugbetriebsflächen
Flughafen Berlin-Tegel
Der Flughafen Berlin-Tegel, einer der größten internationalen Verkehrsflughäfen Deutschlands
Die Tragfähigkeit von Flugbetriebsflächen ist begrenzt. Bedingt durch immer größere Landegewichte und steigende Reifendrücke sind die Beanspruchungen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen.
Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (International Civil Aviation Organization ICAO) hat seit den frühen 60er Jahren insgesamt vier verschiedene Verfahren zur Tragfähigkeitsangabe von Flugbetriebsflächen veröffentlicht.
Um jedoch eine Vergleichbarkeit der ermittelten Werte zu gewährleisten, entwickelte man 1980 die sogenannte ACN/PCN-Methode. Sie wurde 1981 durch die ICAO verbindlich eingeführt und ist nunmehr die bevorzugt angewandte.
Die Tragfähigkeitsklassifikationszahl (engl.: Pavement Classification Number - PCN) ist eine dimensionslose Vergleichszahl für die Grenztragfähigkeit des Belags. Sie ist mit der Flugzeugklassifikationszahl (engl.: Aircraft Classification Number - ACN) kompatibel und ermöglicht so einen einfachen Vergleich beider Werte.
Flugplatz Lärz
Kernbohrungen auf einem Regionalflughafen mit Untersuchung des ungebundenen Aufbaus zur Bestimmung der PCN-Werte
Einfach ausgedrückt: Ist die ACN eines Flugzeugs kleiner oder gleich der PCN des Flughafens, so kann es ohne Bedenken landen. Welche Möglichkeiten gibt es nun, die PCN-Werte von Start-/Landebahnen oder Rollwegen zu bestimmen?
Zum einen können über Bohrkernentnahmen im jeweiligen Bereich mit anschließenden Aufgrabungen Laborergebnisse der verwendeten Baustoffe ermittelt werden, die eine punktuelle Bestimmung der PCN-Werte erlauben. Die Berechnungen erfolgen anhand der Veröffentlichungen der ICAO und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV).
Will man jedoch eine möglichst flächendeckende Übersicht über die Tragfähigkeitsverhältnisse der Flugfläche erhalten, oder sind wegen des anhaltenden Flugverkehrs keine längeren Unterbrechungen möglich, so bietet sich hierfür die Benutzung des schweren Fallgewichtsmessgerätes hervorragend an. Es kann über Einsenkungsmessungen innerhalb kürzester Zeit sehr viele Messpunkte zerstörungsfrei prüfen und ist im Bedarfsfalle innerhalb von Sekunden aus dem Gefahrenbereich entfernt. Weil sich durch die besonders schwere Ausführung dieses Fallgewichtsmessgerätes dynamische Achslasten bis zu 24 t problemlos simulieren lassen, kann dieses Verfahren auch bei sehr starken Asphalt- und Betonbefestigungen zum Einsatz kommen.
Flugplatz Lärz
Bohrloch in einer Start-/Landebahn mit Aufbau aus mehreren Betonlagen
Vom Heiden Labor wurden PCN-Werte in letzter Zeit u.a. für folgende Flugbetriebsflächen ermittelt:
Start-/Landebahn des Flughafens Frankfurt/Main
Start-/Landebahnen und Rollbahnen des Flughafens Berlin-Tegel
Start-/Landebahn des Müritz-Flugplatzes Rechlin-Lärz
Vorfeld und Rollwege des Flughafens Neubrandenburg-Trollenhagen